Depression

Kurzzeitige depressive Verstimmungen kennt wohl jeder Mensch. Die Auslösefaktoren sind vielfältig: Belastungen in Beruf oder Familie, Todesfälle von nahestehenden Personen oder schwere Krankheiten. Bei solchen vorübergehenden depressiven Verstimmungen ist eine Therapie im Allgemeinen nicht notwendig.

Von Depressionen spricht man hingegen, wenn über mindestens zwei Wochen eine depressive Stimmung vorhanden ist, das Interesse und die Freude an nahezu allen Aktivitäten verloren geht und der Antrieb deutlich reduziert ist. 

Depressionen sind bei Personen unterschiedlichsten Alters vorhanden und gehören zu den häufigsten psychischen Störungen. 
Eine depressive Episode ist gekennzeichnet durch folgende Symptome:
  • Depressive, gedrückte Stimmung
  • Verlust von Interesse oder Freude
  • Erhöhte Ermüdbarkeit
  • Konzentrationsprobleme
  • Vermindertes Selbstwertgefühl
  • Schuldgefühle
  • Negative Gedanken
  • Gedanken an den Tod (Suizidgedanken)
  • Schlafstörungen
  • Reduzierte Libido
  • Verminderter Appetit

Bei schwereren Formen können auch psychotische Symptome vorhanden sein. 

 

Verschiedene körperliche Beschwerden, wie Kopfschmerzen, Magenbeschwerden, Rückenschmerzen etc. sind sehr häufig; hierbei besteht das Risiko, dass bei starken körperlichen Symptome eine zugrunde liegende Depression nicht erkannt wird.
 

Herbst-/Winterdepression (saisonale Depression) 

Hierbei handelt es sich um wiederholte depressive Episoden, die ausschließlich in der dunklen Jahreszeit, ca. von Oktober bis Februar/März vorhanden sind.

Typische Symptome sind zusätzlich: Übermäßiges Schlafbedürfnis, Tagesmüdigkeit, Heißhunger nach Süßem, Gewichtszunahme während der Wintermonate, zwischenmenschliche Konflikte


Psychotherapie bei Depression

Bei der Behandlung der Depression sind vor allem Methoden der kognitiven Umstrukturierung, Ressourcen-Aktivierung, Achtsamkeit, Gesprächstherapie und gelegentlich auch Hypnose von Bedeutung.

Bei der kognitiven Umstrukturierung  geht es darum, bestimmte negative Gedanken zu identifizieren, die häufig die Ursache für die Depression sind. Depressive Personen neigen oft dazu, sich selbst übermäßig zu kritisieren („Ich kann das nicht.“ „Ich bin schuld.“, "die anderen mögen mich nicht", etc.) und unangenehme Erfahrungen sich selbst zuzuschreiben. Oft wird auch für die Zukunft nichts Gutes erwartet (pessimistische Zukunftserwartungen). All dies führt zu Gefühlen der Wertlosigkeit, Hilflosigkeit und Hoffnungslosigkeit. Den negativen Gedanken ist gemeinsam, dass sie häufig übertrieben pessimistisch sind. Auch kleine positive Erlebnisse werden abgewertet („Das war nichts besonderes“) bzw. können positive Ereignisse oft nicht angenehm empfunden werden, da das Genießen verlernt wurde.

Bei der kognitiven Umstrukturierung lernt der Patient, diese Gedanken gemeinsam mit dem Therapeuten zu erkennen und der Patient lernt, eine Situation von verschiedenen Seiten zu sehen. So wird der negative Gedankenkreislauf durchbrochen, das Denken wird wieder positiver und die Stimmung bessert sich.
Auch  Ressourcen-Aktivierung und Achtsamkeit  haben sich bewährt. Dabei geht es um ein Wiedererlernen von Genuss, bewusstem Wahrnehmen und Aktivierung positiver Erlebnisse.
Oft liegen aber auch ungünstige Beziehungsmuster oder fehlende Bewältigungsmöglichkeiten von Stress/Konflikten vor. Dann können Gesprächstherapie oder Kompetenzentraining eine Möglichkeit der Ergänzung sein. 

Bei Depression den Kopf selbst aus der Schlinge ziehen

Gerade depressive Personen hören oftmals den gut gemeinten Ratschlag, man müsse sich halt "zusammen reißen" oder "den Kopf selbst aus der Schlinge ziehen". Das Problem: Genau das können depressive Patienten eben nicht! Denn Depression ist eine Krankheit! Und es ist mir ein Anliegen, an der Stelle explizit darauf hinzuweisen, dass Depressionen schnell zur Chronifizierung neigen. Deshalb:

 

Suchen Sie sich bei Depressionen rasch Hilfe - denn auch Ihr Leben verdient mehr Lebensqualität!